Andreas Wolf

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Kolumne

Andreas Wolf zum Thema Zyklen

Über- und untergeordnete Zyklen

Andreas Wolf

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser


die großen Aktienindizes wie DAX und Dow streben momentan den bisherigen Jahreshöchstständen entgegen. Zu beachten ist, dass die Notierungen dennoch seit Jahresbeginn praktisch auf der Stelle treten. Deshalb warne ich, trotz der beeindruckenden
Erholung, vor aufkommender Euphorie, denn die kurzfristigen Kurszuwächse stehen auf schwachem Fundament. Der jüngste monatliche Konjunkturbericht der US-Notenbank, das Beige Book, hat das Dilemma diesbezüglich ganz gut beschrieben. Viele Unternehmen fragen zwar wieder mehr Waren und Dienstleistungen nach, ohne staatliche Investitionen kommt bisher aber kein nachhaltiger Wirtschaftsaufschwung in Gang. Möglicherweise droht der US-Wirtschaft wegen der hohen staatlichen Verschuldung
und dem baldigen daraus folgenden Sparzwang ein Rückfall in die Rezession.


Auch Europa käme in diesem Szenario nicht besser weg. Mag sein, dass das finanzpolitische Feuer in Griechenland zunächst einmal gelöscht ist, die Folgen der Sparpolitik lasten auf dem ganz Kontinent. Zudem sehen auch die Kassen von Spanien, Portugal, Irland und Großbritannien in den nächsten Jahren sehr klamm aus. Es wird deshalb einige Zeit dauern, bis die Realwirtschaft Europas wieder stärkeres Wachstum vorzuweisen hat. Aus diesem Grund werden die großen Aktienindizes noch eine Weile brauchen, bis sie zu neuen Ufern aufbrechen.


Wenn wir uns den langfristigen durchschnittlichen Börsenverlauf eines Jahrzehnts über die vergangenen fünf Dekaden bei Dow und DAX anschauen, so waren weder die 0er- noch die 1er-Jahre von berauschender Qualität für die Bullen. Diese sehr eindeutige Aussage der Zyklen-Technik für künftige Anlageentscheidungen außer Acht zu lassen wäre töricht, denn die Wieder holung bestimmter Börsenszenarien lässt sich auf lange Sicht nachweisen.


Der freundliche Märzbeginn sollte daher nur als Zwischenerholung und als untergeordneter Zyklus bewertet werden, der übergeordnete Zyklus deutet eine Fortsetzung der mittelfristigen Abwärtsbewegung an. Wir erwägen die Aufstockung unserer bestehenden Put-Positionen in fallende Kurse hinein. Der zu erwartende Tiefpunkt im Verlauf dieses Jahres bietet uns dann die Gelegenheit, mit Engagements in Calls die nächste große Gewinn-Chance zu nutzen.


Mit bester Empfehlung

Ihr


Andreas Wolf

 

P.S.: Andreas Wolf gehört zum Zyklen-Team der TM Börsenverlag AG und ist Redakteur im Zyklen-Trader. Wenn auch Sie Ihr Kapital mit kurz- bis mittelfristig ausgelegten Derivate-Tradings vervielfachen möchten, laden wir Sie herzlich ein, den Zyklen-Trader kostenlos zu testen.

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Lebenslauf

Andreas Wolf beschäftigt sich seit 1989 intensiv und umfassend mit dem Thema Börse. Der gelernte Bankkaufmann sammelte in den 1990er Jahren umfangreiche Berufserfahrung als Anlageberater und technischer Analyst bei verschiedenen Bankhäusern. Die Schwerpunkte lagen dabei im Optionsscheinhandel und dem Einsatz derivativer Finanzinstrumente zur Renditesteigerung. Während der Börsenbaisse 2000 bis 2003 steuerte Andreas Wolf ein Musterdepot für ein Börsenmagazin erfolgreich unter Einsatz von Derivaten durch das widrige Finanzmarktumfeld. Seit sechs Jahren ist der Börsenexperte als selbstständiger Wirtschaftsredakteur für verschiedene Wirtschafts- und Börsenmedien tätig.